Wie man sich bettet, so schläft man
Was denkt sich der Eleve, wenn er ganz richtig die Sprache des Landes lernen möchte?
Er wird als Unterkunft die Privatunterkunft bei der Gastfamilie mit Frühstück wählen. Laut Beschreibung von Sprachdirekt klingt das so :
Möchten Sie komplett in die französische Kultur und Lebensweise eintauchen, empfehlen wir Ihnen die Unterkunft in einer französischen Gastfamilie oder bei einem Gastgeber. Nirgendwo anders werden Sie die in der Sprachschule erworbenen Französisch Kenntnisse besser anwenden können. Während gemeinsamen Mahlzeiten mit der Familie (bei Halbpension Buchungen) haben Sie die optimale Möglichkeit, Ihr Konversationsgeschick zu trainieren und Ihren Französisch Wortschatz zu erweitern. Außerdem können Sie wertvolle Insider-Tipps für Montpellier und die Umgebung erhalten.
Die Übernachtung ist wahlweise nur mit Nutzung der Küche (Gastgeber), mit Frühstück oder mit Halbpension möglich. Bei den beiden Erstgenannten können Sie Ihre Mahlzeit in der Küche selbst zubereiten. Wenn Sie bei einem Gastgeber mit Selbstverpflegung wohnen, sind Sie entweder in derselben Wohnung wie Ihr französischer Gastgeber untergebracht oder Sie teilen sich die Wohnung nur mit anderen Sprachschülern.
Mein „Gastvater“ kontaktierte mich ja schon vor Beginn der Reise und ich hatte einen positiven Eindruck von ihm. Als Englisch-Lehrer im Ruhestand gibt er heute noch Kurse in Englisch für angehende Hochschüler (class préparatoires), ist sehr aufgeschlossen, kann auch ein paar Sätze Deutsch. Seine Frau Sylvie lernte ich erst später kennen, da sie bei meiner Ankunft noch auf einem Ausflug war. Als Krankenpflegerin arbeitet sie im Schichtdienst, also auch eher ein scheues Reh, wenn ich zum Unterricht gehe. Zur Familie gehört noch ein Sohn, der studiert nebst Freundin.
Meine Unterkunft ist eine abgeschlossene Wohnung für sich mit Blick auf den Vorgarten, schön hell, mit einem WC, einer klitzekleinen Dusche und einer Kochnische mit Kühlschrank, 2 elektrischen Kochplatten und einer Spüle. Im Wohnzimmer gibt es einen Wandschrank, ein Regal für die Nahrungsmittel etc., einen Fernseher, eine Kommode, einen Tisch mit Klappstuhl und eine IKEA-Klappcouch, die ich aus Bequemlichkeitsgründen mal schon nicht jeden Tag zusammenklappte, dafür quer in den Raum stellte. Abenteuerlich ist die Schlafgelegenheit im „2.Stock“, dazu ist mir aber der Weg über die Stiege in meinem Alter zu unbequem und die Matratze zu klein und zu hart und die Decke zu niedrig und ..
Kann sein, dass ich anspruchsvoll bin, aber schließlich bin ich kein Rucksacktourist, sondern 4 Wochen hier untergebracht und bezahle dafür 560 EUR Unterkunft.
Negativpunkte für diese Zeit ist die mickrige Dusche, in der ich mich kaum drehen kann, aber der Duschvorhang sehr anhänglich ist. Da ich beim Duschen die Brille nicht aufhabe, sehe ich auch nicht so deutlich, was dort alles in den Fliesenecken sitzt. Die Klappcouch hat auch nicht den Komfortanspruch eines Bettes für 4 Wochen. Ich glaube, dass ich bei einem nächsten Aufenthalte die Variante Schulresidenz (4 Wochen für 610 EUR) oder Privatappartement (4 Wochen für 950 EUR) bevorzugen würde.
Sehr positiv hervorzuheben sind die Freundlichkeit der Familie, der WLAN-Anschluss im Hause und das zur Verfügung gestellte Fahrrad.
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